Hochwasser 2013
Sylvenstein wieder nicht rechtzeitig abgesenkt
Trotz früher Warnungen des DWD bleibt der Seepegel auf Normalstauhöhe
Moosburg, 06.06.2013 (mh) Wie schon beim August-Hochwasser 2005 wird die Bedeutung des Sylvensteinspeichers für die Vermeidung noch größerer Schäden vollmundig gepriesen. Aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die Schleusen wurden genau zu dem Zeitpunkt geöffnet, als niemand das Wasser in der Isar brauchen konnte. Wie in der Vergangenheit wurden auch diesmal eindringliche Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) missachtet und der Seepegel nicht vorzeitig gesenkt. Drei Tage lies der Betreiber ungenutzt verstreichen und brachte sich selbst damit in eine bedrohliche Situation mit wenig Entscheidungsspielraum.
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Moosburg ist nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Zwar liefen in den besonders gefährdeten Bereichen wieder einige Keller voll und mussten mit Pumpen das eindringende Grundwasser auf einem beherrschbaren Niveau halten und Feuerwehr, THW und die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs waren unermüdlich im Einsatz. Soweit die relativ guten Nachrichten.

Jetzt die Schlechten. Die Schäden und die Auswirkungen hätten noch geringer sein können, wenn die für Hochwasserschutzmaßnahmen zuständigen Behörden verantwortungsvoll gehandelt hätten. Sowohl das Wasserwirtschaftsamt Freising, zuständig für die Amper im Bereich Moosburg und auch das für den Sylvenstein zuständige WWA Weilheim hätten nicht nur vorausschauender handeln müssen, sondern auch während des Hochwasser mehr zur Schadensvermeidung tun können. Die Zusammenhänge bei der Amper und dem Isar-Amper-Überleitungskanal werden ausführlich in einem weiteren Artikel beleuchtet. Hier geht es zunächst um das Fehlverhalten beim Betrieb des Sylvensteinsees und es steht wie 2005 die Frage im Vordergrund, warum wurde der Sylvenstein nicht rechtzeitig abgelassen, um mehr Rückhaltevolumen verfügbar zu machen?
Die Grafiken zum Zufluss, Staupegel und Abfluss beim Sylvensteinsee sprechen eine deutliche Sprache. Schon eine Woche vorher, aber spätestens am Dienstag den 28. Mai war bekannt, dass sich eine enorme Regenmenge entladen wird. Und obwohl die Meterologen den Mai 2013 als den Niederschlagsreichsten seit 50 Jahren bezeichneten und die Böden überall bereits voll Wasser waren, passierte am Sylvenstein nichts, wie die Grafiken des Hochwassernachrichtendienst Bayern zeigen.

Sylvensteinzufluss

Erst in dem Augenblick, als der große Regen einsetzte, wurden die Schleusen geöffnet.

Sylvensteinabfluss

Aber nur für zwei Tage. Danach musste der Abfluss schon wieder reduziert werden, weil der natürliche Regenwasserzulauf die Isar bereits über die Ufer treten ließ. Bei den Grafiken fällt auf, dass das Abflussverhalten mit einer kurzen zeitlichen Verzögerung exakt der Zulaufcharakteristik entspricht. Es wurde also nur situationsbedingt reagiert. Von vorausschauendem Handeln im Sinne einer Hochwasservermeidung in der Isar keine Spur. Dafür hätte in Reaktion auf die bereits vorliegenden Wetterwarnungen der Staupegel bereits ab dem 26. Mai abgesenkt werden müssen. Dies wäre zu diesem Zeitpunkt auch noch möglich gewesen, wie man an den Flusspegeln in Bad Tölz, München, Freising und Moosburg auf den Grafiken weiter unten ablesen kann. Aber so entwickelte sich der Seepegel wie in der nächsten Grafik zu sehen.

Sylvensteinseepegel

Nicht nur, dass damit der Hochwassersituation nicht entgegengewirkt wurde. Nein, der Betreiber des Sylvensteins brachte sich selbst auch noch in Bedrängnis. Viel höher als 764 m ü. N.N. kann der Seepegel nicht steigen, ohne die Gefahr eines Überlaufens zu riskieren. Da aber bis zu 2,5-mal mehr Wasser in den Speichersee zufloss, als in dieser Situation abgegeben werden konnte, mussten die Schleusen beim Pegelhöchststand zwangsläufig geöffnet werden. Und zwar unabhängig davon, dass den Ortschaften an der Isar das Wasser schon bis zum Hals stand.

Sylvensteinmauerkrone

Die nächsten Grafiken zeigen, dass ein vorheriges Absenken des Seepegels und die damit mögliche Erweiterung des Stauvolumens um bis zu 40 Mio. kbm von der Isar in Bad Tölz, München, Freising und Moosburg mühelos verkraftet worden wäre.

Wasserstand Bad Tölz
Wasserstand Bad Tölz

Wasserstand München
Wasserstand München

Wasserstand Freising
Wasserstand Freising

Wasserstand Moosburg
Wasserstand Moosburg (ab 03.06. 05:00 Uhr war die Messstelle defekt)

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Der Kommentar

Servus Tscharli
Nach nur knapp vier Jahren guter und intensiver Zusammenarbeit trennen sich die Wege von Tscharli Wagner und UMB. Dabei hatte es erfolgreich angefangen. Wagner hatte auf Anhieb als Bürgermeisterkandidat ohne Stadtratsvergangenheit beachtliche 17% erreicht und damit mit Sicherheit von der breiten UMB-Wählerschaft profitiert. Mit Wagner hatte die UMB einen Mitstreiter gewonnen, der viel Kompetenz in Sachen Haushalt und Leidenschaft beim Thema Stadtentwicklung mit gebracht hat. Gemeinsam konnte man mit drei Stimmen im Stadtrat UMB-Politik Gewicht verschaffen. Die Trennung tut beiden weh, wer sie besser verkraftet, wird die Zukunft zeigen.
Aber eins steht fest, die UMB werden auch weiterhin unerschütterlich und mit langem Atem für das Gemeinwohl und ein lebenswertes Moosburg im Einsatz sein.

Ihr Mike Hilberg

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