Neues Jugendhaus
Jugendhaus Standort Schlesierstraße beschlossen
Entscheidung bedroht Finanzierung von Jugendhaus und Eissporthalle
Moosburg, 24.11.2008 (mh) Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 17.11.2008 beschlossen das neue Jugendhaus in der Schlesierstraße zu errichten. Man fragt sich wirklich, wann im Stadtrat der Stadt Moosburg endlich Entscheidungen mit Weitsicht getroffen werden.
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Die Entscheidung für eine Einrichtung, die die nächsten Generationen von Jugendlichen betrifft und begleiten wird, von hoher städteplanerischer Bedeutung ist, von gerade in diesem Augenblick gegebenen Rahmenbedingungen abhängig zu machen, zeugt von einem Provinzialismus, der nicht mehr zu überbieten ist. Hier wird nicht einmal mehr in 4- bzw. 6-Jahres-Intervallen gedacht, hier reicht es nicht einmal mehr von der Haustür zum Gartentor.

Es lohnt sich einen kurzen Blick zurück zu werfen. Bereits 2006 hatte die UMB beantragt, das Grundstück des heutigen Jugendhauses an den Freistaat Bayern zu verkaufen, damit dieser auf der Fläche der heutigen Polizeistation und des Jugendhauses den geplanten erweiterten Neubau für die Polizei errichten könnte. Anfragen der UMB beim Innen- und beim Finanzministerium und bei der Moosburger Polizei hatten ergeben, dass dieser Vorschlag unterstützt werden würde. Der Antrag beinhaltete zusätzlich die Festlegung, dass der Erlös aus diesem Verkauf zur Finanzierung eines neuen Jugendhauses genutzt werden sollte. Der damalige Sprecher des Jugendparlaments Jojo Becher hatte diesen Antrag der UMB in einem Leserbrief scharf angegriffen und abgelehnt. Eine brauchbare Alternative wurde nicht aufgezeigt. Der Verkauf des Jugendhaus-Grundstücks wurde im von Jugendlichen berstend gefüllten Sitzungssaal vom Stadtrat abgelehnt. Daraufhin wandelte Erwin Köhler den zweiteiligen Antrag ab und forderte, den Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks an der Poststraße, das von Bürgermeisterin Anita Meinelt als Standort für die Polizei favorisiert wurde nunmehr zur Finanzierung eines neuen Jugendhauses zu verwenden. Aber auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt und die Jugendlichen zogen mit leeren Händen und betröpfelten Mienen aus dem Sitzungssaal. Vielleicht hat ja in diesem Moment der eine oder andere Jugendliche erkannt, welche Chance durch die Ablehnung des UMB-Antrags durch Jojo Becher vertan wurde und das die UMB letztlich der einzige Fürsprecher war, den die Jugend hatte. Andernfalls hätte es bereits damals eine gesicherte Finanzierung für ein neues Jugendhaus gegeben.

In den letzten Tagen haben die meisten Moosburger Jugendlichen von der Bürgermeisterin einen publicity-trächtigen Fragebogen zum neuen Jugendhaus erhalten. Eine entscheidende Frage allerdings fehlt darauf, wahrscheinlich nicht ohne Grund oder sollte man besser nicht ohne Hintergedanken sagen. Nämlich die Frage nach dem Standort. Welche Aspekte sollten denn bei der Standortfrage berücksichtigt werden?

Und alle diese Grundsätze werden durch die Entscheidung des Stadtrats für den von Jojo Becher - jetzt Stadtrat für die Grünen - bevorzugten Standort Schlesierstraße mit Füßen getreten. Das Argument der Schulnähe zählt nicht, weil die Schüler des Schulzentrums Süd einen erheblich längeren Weg hätten, als ihre Freunde vom Schulzentrum Nord.
Die Nähe zu einem Kindergarten und zu den Einrichtungen der Lebenshilfe sind nur Scheinargumente. Welche positiven Wechselwirkungen sollen da denn genutzt werden? Und Schulkinder dürfen in der Schulzeit das Schulgelände gar nicht verlassen und würden durch das Jugendhaus dazu animiert werden. Dies kann juristische Folgen für die Stadt haben.
Aufgrund der zu erwartenden Lärmbelastung sind Proteste der jetzigen und zukünftigen Anwohner unvermeidbar.
Die angrenzenden Freiflächen sind für eine gehobene Bebauung und eine Aufwertung der Neustadt ideal. Durch den Bau des Jugendhauses werden diese Grundstücke deutlich entwertet.

Ganz anders beim Vorschlag von Josef Dollinger. Das Jugendhaus bei der Neuplanung des SGM-Geländes im Rahmen des Baus einer Eishalle dort zu berücksichtigen, eventuell sogar mit in die Gebäude zu integrieren wird allen oben aufgeführten Aspekten gerecht.

Gerade die finanzielle Situation wurde angeführt, um die Entscheidung für die Schlesierstraße zum jetzigen Zeitpunkt zu rechtfertigen. Hätte sich auch nur ein Stadtrat, der diese Entscheidung mit getragen hat, fünf Minuten mit den Finanzen beschäftigt, hätte er merken müssen, dass er genau das Gegenteil erreicht, nämlich nicht Finanzierungen in einem weiteren Kontext sicher zu stellen, sondern viel Geld einfach zu verbrennen. Allein die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen an der Schlesierstraße dürften die Gesamtosten für das Jugendhaus übertreffen. Damit könnte man die Finanzierung sichern ohne die Finanzierung der ebenso beschlossenen Eishalle zu gefährden. Jetzt steht die Finanzierung beider Vorhaben auf wackeligen Füßen. Eine Entscheidung des Stadtrats ist nämlich keine Garantie dafür, dass es auch gemacht wird.
Warum werden die Jugendlichen und die Eissportinteressierten gegeneinander ausgespielt, wo doch diese Zielgruppen fast identisch sind und diese Interessen ein gemeinsames Vorgehen geradezu erzwingen. Die viel beschworenen Synergieeffekte reichen aber noch viel weiter. Abgesehen davon, dass eine gemeinsame Planung an einem Standort wesentlich billiger kommt und eine gesamtheitliche Realisierung die Baukosten senkt, sind doch gerade bei den Betriebskosten - Stichwort Heizungsenergie - Synergien zu erreichen, die vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung und der Energieknappheit genutzt werden müssen. Wie kann ein Stadtrat sich so blind und kurzsichtig zeigen. Gerade von dem Grünen Jojo Becher hätte ich hier ein engagiertes Plüdoyer für den Standort Stadionstraße erwartet.
Für Standortsynergien gibt es keinen besseren Standort. Die Nähe zur Innenstadt, Parkmöglichkeiten, zum Bahnhof sind fast nicht zu toppen. Die zentrale Lage kommt bei einer Ausdehnung der Wohnbebauung in die Feldkirchner Au noch zusätzliches Gewicht. Der Freizeitwert des Jugendhauses durch Sportmöglichkeiten im Winter und im Sommer könnte nirgendwo höher sein. Und gleichzeitig würden die verschiedenen Sportstätten von der Nähe des Jugendhauses profitieren, weil mehr Jugendliche die Angebote nutzen würden. Der erlebnis-pädagogischen Gestaltung der Jugendpflege werden ungeahnte Möglichkeiten aufgestoßen.
Aber gerade die Synergieeffekte bei der Planung und Finanzierung, die er als Risiken bewertet, sind für Jojo Becher Argumente den Standort Stadionstraße abzulehnen, wie man seinem Leserbrief in der Moosburger Zeitung entnehmen kann. Echte Argumente gegen diesen zentralen Standort oder für die Schlesierstraße nennt er keine. Man könnte fast zu der Überzeugung gelangen, dass der Vorsitzende des Jugendparlaments es wie damals beim Antrag der UMB auf ein Scheitern der Bemühungen um ein neues Jugendhaus anlegt.

Die jetzige Entscheidung für den Standort Schlesierstraße ist daher ein weiterer Beleg für die beispiellose Flickschusterei und den Dilletantismus in Moosburg.
Es bleibt nur zu hoffen, dass sich der Bürgerprotest, insbesondere der der Jugendlichen genauso Luft macht wie beim Feierabendhaus und die Stadt zwingt diesen Beschluss rückgängig zu machen.

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Der Kommentar

Servus Tscharli
Nach nur knapp vier Jahren guter und intensiver Zusammenarbeit trennen sich die Wege von Tscharli Wagner und UMB. Dabei hatte es erfolgreich angefangen. Wagner hatte auf Anhieb als Bürgermeisterkandidat ohne Stadtratsvergangenheit beachtliche 17% erreicht und damit mit Sicherheit von der breiten UMB-Wählerschaft profitiert. Mit Wagner hatte die UMB einen Mitstreiter gewonnen, der viel Kompetenz in Sachen Haushalt und Leidenschaft beim Thema Stadtentwicklung mit gebracht hat. Gemeinsam konnte man mit drei Stimmen im Stadtrat UMB-Politik Gewicht verschaffen. Die Trennung tut beiden weh, wer sie besser verkraftet, wird die Zukunft zeigen.
Aber eins steht fest, die UMB werden auch weiterhin unerschütterlich und mit langem Atem für das Gemeinwohl und ein lebenswertes Moosburg im Einsatz sein.

Ihr Mike Hilberg

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