UMB organisierte Busfahrt zum Sylvensteinspeicher
Kritik am Normalstau bleibt aufrecht
Erkenntnisreiche Diskussion mit WWA Amtsleiter Frei und Betriebsleiter Winner
Moosburg, 15.12.2005 (mh) Die von vielen Seiten erhobene Kritik am Management des Sylvensteinspeichers vor und während des Augusthochwassers veranlaßte die Unabhängigen Moosburger Bürger (UMB) allen Interessierten die Möglichkeit zu verschaffen, sich vor Ort von den Verantwortlichen informieren zu lassen und mit ihnen zu diskutieren.
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Gut vorbereitet u. a. auch durch Presseberichte über eine vorher vom Wasserwirtschaftsamt Freising organisierte Informationsfahrt für Bürgermeister der vom Hochwasser betroffenen Gemeinden konnten die Teilnehmer sachlich fundiert diskutieren und Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft einbringen.
In seiner Begrüßung brachte der UMB-Vorsitzende Mike Hilberg im bis auf den letzten Platz gefüllten Bus der Fa. Hadersdorfer seine besondere Freude darüber zum Ausdruck, dass die Zusammensetzung der Teilnehmer überparteilich und überregional war - mit den Moosburgern fuhren auch Teilnehmer aus den Gemeinden Langenbach und Wang.

Sehr anschaulich präsentierte Diplom-Ingenieur Erich Winner vom WWA Weilheim den Sylvensteinsee von dessen Entstehung bis zu seinen Nutzungen für den Hochwasserschutz, die Niedrigwasseraufhöhung der Isar in Trockenzeiten, den Betrieb von zwei Kraftwerksanlagen und seine Bedeutung für Naturschutz, Freizeit und Erholung. Die Beteuerung der Verantwortlichen, beim Augusthochwasser nichts falsch gemacht zu haben, war unter Berücksichtigung der für das Hochwassermanagement zur Zeit angewendeten Grundsätze für die Zuhörer durchaus nachvollziehbar.
Aber gerade an den bisher angewandten Grundsätzen gab es einiges zu kritisieren. So darf es nach Meinung der Teilnehmer künftig nicht mehr sein, dass der Seespiegel bei Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes nicht sofort vorsorglich abgesenkt wird, weil man glaubt, Freizeitsportler wie Badende und Kajakfahrer nicht rechtzeitig vor dem ansteigenden Wasser in der Isar warnen zu können. Auch hatte niemand unter den Teilnehmern Verständnis dafür, dass bei vorhersehbaren Gefahrensituationen für die Isar-Unterlieger in erster Linie nur der Pegelstand in Bad Tölz als Maß für die Ablaßmenge herangezogen wird. Zumal später ein überlaufen des Speichers nur noch mit weit höheren Ablaßmengen verhindert werden konnte, als dies bei früherer Absenkung des Seespiegels erforderlich gewesen wäre.
Ein zweiter Kritikpunkt war der bisher gültige Grundsatz, den Wasserspiegel des Sylvensteinsees möglichst auf 'Normalstau' zu halten, der bereits die Hälfte des Schutz-Stauvolumens in Anspruch nimmt. Das heißt, das im See für den Hochwasserschutz vorhandene Volumen ist in der Regel schon halb voll bevor Unwetter bevorstehen. Dieser hohe 'Normalstau' sei lt. WWA aufgrund des extrem trockenen Winters 1962/63 festgelegt worden, als die obere Isar nicht mehr die vorgesehene Wasserführung aufwies. Es seien vor allem Geruchsprobleme mit den aus den Kläranlagen der Anliegergemeinden eingeleiteten Abwässern aufgetreten. Seitdem ist erst wieder im Sommer 2003 eine extreme Trockenzeit aufgetreten, bei der nach den Aufzeichnungen des WWA die Wasserreserve aus dem 'Normalstau' für den Mindestzufluß in die Isar bei weitem nicht benötigt wurde. Die klare Schlußfolgerung aus der Teilnehmerrunde war, dass der 'Normalstau' nicht mehr auf den Bedarf des trockenen Winters 1962/63, sondern auf den Trockensommer 2003 viel niedriger als bisher neu festzulegen ist. Bestätigt bekommen möchten die Teilnehmer dies in einer fairen Abwägung von Schäden durch Hochwasser einerseits und des Wasserbedarfs zur Bewältigung des Abwassers aus den Kläranlagen der Anliegergemeinden in Trockenzeiten andererseits. Damit würde die Speicherkapazität für Unwetterereignisse wesentlich erhöht.
Zum Fassungsvermögen des Sylvensteinsees bedauerte der Leiter des WWA Weilheim, Herr Peter Frei, dass die Anliegergemeinden - darunter auch die Stadt Bad Tölz - massiv gegen die Ende der 90er Jahre erfolgte Erhöhung des Staudammes vorgegangen seien. Die Maßnahme sei dann von den vorgesehenen 6 Meter Dammerhöhung auf nur 3 Meter reduziert worden. Diese einseitige und egoistische Haltung der Anliegergemeinden ärgerte besonders Moosburgs Stadtrat Erwin Köhler. Unter diesen Umständen sei es seiner Meinung nach nicht mehr gerechtfertigt, das Sylvensteinmanagement vorrangig auf die Pegelstände der Isar in Bad Tölz auszurichten.
Dazu, dass der Raum Oberhummel, Niederhummel und Moosburg vom Augusthochwasser besonders betroffen war wies der Weilheimer Amtsleiter auf die Reparaturarbeiten am Isarüberleitungskanal hin, wodurch dessen entlastende Funktion nicht zur Verfügung stand. Die spontane Reaktion aus der Teilnehmerrunde war, dass gerade solche bekannten Umstände zu Vorsorgemaßnahmen führen müßten wie z. B. einer Absenkung des Seepegels deutlich unter den 'Normalstau'. Unverständnis herrschte bei den Zuhörern, als Christian Würfl mitteilte, dass der Isarüberleitungskanal im Jahr 2008 wegen weiterer Maßnahmen erneut ausfallen wird und die Behördenvertreter davon nach eigenem Bekunden noch nichts wußten.
Auf die Gemüter beruhigend wirkte sich die Mitteilung von Peter Frei aus, wonach zur Zeit an einer Machbarkeitsstudie zum Hochwasserschutz gearbeitet werde, in der auch die zuvor von den Teilnehmern erhobenen Forderungen einfließen werden. Ein wichtiges Ziel der Fachbehörde sei dabei, das Fassungsvermögen des Stausees durch eine nochmalige Erhöhung der Dammkrone zu vergrößern. Übereinstimmung herrschte auch darüber, dass der Sylvensteinspeicher allein keinen umfassenden Hochwasserschutz gewährleisten kann. Als hilfreich wurde die Forderung des Weilheimer Amtsleiters nach umgehender Sanierung des maroden Deichsystems im Bereich Freising bis Moosburg aufgenommen. Hierzu versicherte der anwesende Amtsleiter des WWA Freising, Winfried Adam, dass er und seine Mitarbeiter mit Hochdruck daran arbeiten. Mögliche Verzögerungen durch Anliegereinsprüche könne er aber derzeit nicht abschätzen.
Die beim Augusthochwasser allseits beklagten Mängel zu den Voraussagen wann wo wieviel Hochwasser ankommen wird sollen sich nicht mehr wiederholen. Um hierbei künftig zu jedem Zeitpunkt verläßliche Angaben machen zu können erarbeitet Frau Natalie Stahl vom WWA Weilheim bereits ein umfassendes Datenerfassungssystem für den gesamten Bereich der Isar bis zu ihrer Mündung in die Donau.
Bei der abschließenden Besichtigung des Speichersees von der Dammkrone aus wurde neben den beeindruckenden Dimensionen des Sees und der Bauwerke ein Hinweis des Herrn Winner besonders gerne aufgenommen: 'Der Seepegel befindet sich zur Zeit sechs Meter unter Normalstau'.

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Der Kommentar

Servus Tscharli
Nach nur knapp vier Jahren guter und intensiver Zusammenarbeit trennen sich die Wege von Tscharli Wagner und UMB. Dabei hatte es erfolgreich angefangen. Wagner hatte auf Anhieb als Bürgermeisterkandidat ohne Stadtratsvergangenheit beachtliche 17% erreicht und damit mit Sicherheit von der breiten UMB-Wählerschaft profitiert. Mit Wagner hatte die UMB einen Mitstreiter gewonnen, der viel Kompetenz in Sachen Haushalt und Leidenschaft beim Thema Stadtentwicklung mit gebracht hat. Gemeinsam konnte man mit drei Stimmen im Stadtrat UMB-Politik Gewicht verschaffen. Die Trennung tut beiden weh, wer sie besser verkraftet, wird die Zukunft zeigen.
Aber eins steht fest, die UMB werden auch weiterhin unerschütterlich und mit langem Atem für das Gemeinwohl und ein lebenswertes Moosburg im Einsatz sein.

Ihr Mike Hilberg

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